Sind Sie Fast-Food-Fan oder genießender-Gala-Gourmet?

Für viele zählt das Festessen zum Höhepunkt einer Veranstaltung. Da mag die Location noch so schön, die Zeremonie noch so herzergreifend sein, wenn das Essen nicht schmeckt, ist die gute Laune schnell dahin. „La cocina es la base de la felicidad.“ — „Die Küche ist die Grundlage des Glücks“, bemerkte einst der mallorquinische Meisterkoch Tomeu Esteva Gofre. Das passende Catering zu finden ist nicht so einfach, schließlich müssen alle Beteiligten glücklich gestimmt werden. Ein professioneller Caterer sorgt nicht nur für Speis und Trank, sondern stellt auch Stühle, Geschirr und Servicekräfte zur Verfügung. In letzter Zeit weiten Caterer ihren Dienstleistungsumfang aus. An dieser Stelle ist oft Vorsicht geboten! Wenn Caterer die gesamte Hochzeitsplanung übernehmen, ist das Hauptangebot, sprich das Essen, oft nicht von ausreichender Qualität. Seriöse Anbieter konzentrieren sich auf die Küche und erhalten genügend Aufträge. Sie müssen sich nicht durch Zusatzeinkommen über Wasser halten. Übergeben Sie die Gesamtplanung lieber einem Weddingplaner, der in allen Bereichen den Überblick behält.

In der Regel benötigen Sie einen Caterer nur, wenn Sie im Freien oder auf einer eigenen Finca feiern. Seltener kann auch ein Catering-Unternehmen im Hotel zum Einsatz kommen, um individuelle Wünsche zu erfüllen, die von der Hotelküche nicht abgedeckt werden.

Menü, Buffet oder Barbeque?

Wie bei jeder Feier stellt sich auch bei der Hochzeit die Frage, welche Art der Verkostung sich am besten eignet. Letztendlich ist es eine Kosten- und Stilfrage. Möchten Sie vornehm feiern, bietet sich ein Menü mit Rundum-Service an. Allerdings tragen Galamenüs nicht unbedingt zur fröhlichen Stimmung und einem geselligen Austausch bei. Dafür wirkt die Bedienung durch einen Weinkellner mit weißer Serviette besonders feierlich. Geübte Festredner werden von der ruhigen Stimmung an der Tafel entzückt sein, wenn sie ihren Vortrag endlich zum Besten geben möchten.

Es könnte auch sein, dass Sie solche Situationen eher vermeiden möchten. Da bietet sich das offene Buffet an, das ebenfalls sehr festlich ausgestattet werden kann. Kraftvolle Redner werden sich auch hier Gehör verschaffen, für lustige Gäste wird es durch die lockere Atmosphäre sogar leichter, sich kurzzeitig zurückzuziehen und plötzlich aus dem Nichts kommend insgeheim vorbereitete Spiele und Vorträge darzubieten. Gegenüber dem festen Menü hat das Buffet den Vorteil, dass jeder Gast die Menge und die Speise zu sich nehmen kann, die er sich wünscht. Die Personalkosten sind jedoch weder höher noch geringer als beim Festmenü. Denn obwohl keine Bedienung am Platz serviert, müssen benutzte Teller abgeräumt und leere Gläser aufgefüllt werden.

Wer es noch deftiger mag und peinliche Reden möglichst verhindern möchte, sollte ein Buffet im Freien ins Auge fassen. Vom Showkochen bis zum BBQ-Buffet bieten sich viele Möglichkeiten. Die Atmosphäre ist ausgelassen-fröhlich — sofern das Wetter mitspielt. Daher ist eine Grillparty nur in den Sommermonaten empfehlenswert. In regnerischen Jahreszeiten sollten Sie sich über Alternativen Gedanken machen.

Verlassen Sie sich nicht auf veraltete Referenzen

Die Entscheidung liegt also ganz bei Ihnen. Leider ist es mit der Auswahl zwischen Buffet oder Menü nicht getan. Natürlich ist auch die Qualität des Essens entscheidend. Den „guten Geschmack“ auf Mallorca zu finden ist nicht leicht. Uralte Referenzen aus dem Internet können kaum weiterhelfen, denn Köche werden gelegentlich ausgewechselt. Die Güte der Verkostung ist bei den Anbietern äußerst variabel. Ein Probeessen ist daher unerlässlich. Auch hier kann ich nur raten, sich eine aktuelle Empfehlung etwa von einem Weddingplaner einzuholen, damit die Verpflegung nicht zum Reinfall wird.

Ein ortskundiger Weddingplaner hilft ebenso bei der Kommunikation mit dem Caterer, denn leider gibt es auf Mallorca keinen empfehlenswerten deutschsprachigen Anbieter. Gerade bei der Verpflegung sind indes zahlreiche Fragen zu klären. Und vor Ort ist es von Nachteil, wenn Sie hilflos einem Kellner ausgeliefert sind, der auf Ihre Bestellungen einen gelangweilten Gesichtsausdruck auflegt und unbekümmert mit den Achseln zuckt!

Kalkulieren, aber nicht knausern!

Zum Schluss möchte ich Sie noch etwas zur Budgetplanung sagen. Das Catering zählt zu den größten Ausgaben der Hochzeit. Sie sollten daher Acht geben, sich nicht alles aufschwatzen zu lassen. Berechnen Sie in Ruhe, wie viel Personal Sie benötigen, ob die vereinbarte Pauschale die beste Wahl ist oder ob der eine oder andere Posten verzichtbar ist. Doch nicht jede Spar-Aktion ist angebracht. Natürlich können Sie Selterskisten aus dem Supermarkt besorgen. Doch der Caterer muss ebenfalls kalkulieren. Sein Angebot ist oftmals angemessen, selbst wenn ein Posten innerhalb der Mischkalkulation zu teuer erscheint. Im Zweifelsfall weiß wiederum ein Weddingplaner, welche Kosten auf Mallorca gerade üblich sind.

p

Der besondere Tipp!

Verwöhnen Sie Ihre Hochzeitsgäste mit mallorquinischen Spezialitäten! Vielleicht sind „butifarrón“ (Blutwurst) und „frito mallorquín“ (Innereien in Lammblut) nicht jedermanns Sache. Doch es gibt auch festmahltaugliche Gaumenfreuden: 
Die „sopas de Matanzas“ sind etwa köstliche mit Wein angesetzte Suppen. Besonders verehrt wird das borstenlose schwarze Edelschwein „porcella negra“. Gefüllt mit Feigen und Fallobst schmeckt es himmlisch! Dazu passt eine Tortilla, die auf Mallorca „tumbet“ heißt oder auch „Pa amb oli“ — Brot mit Olivenöl und Tomaten. Eine weitere Delikatesse besteht aus der ungewöhnlichen Kombination aus Gambas und Hühnerfleisch: „pollo con gambas“. Fischgerichte sind auf der Insel ebenfalls beliebt. Neben „gató“, dem einfachen Nationalgebäck und den unterschiedlich gefüllten Hefeschnecken „ensaïmadas“ gibt es viele regionale süße Köstlichkeiten für ein gelungenes Dessert.