Ja-Sagen mit oder ohne Segen?

Mögen Verpflegung, Umgebung, Unterkunft und andere Details noch so wichtig sein, der wichtigste Moment einer Hochzeit ist die zeremonielle Bezeugung der gegenseitigen Liebe. Hierauf sollten Sie das größte Augenmerk legen. Aber wem sage ich das?

Zunächst ist es wichtig herauszustellen, dass Sie sich nur dann standesamtlich trauen können, wenn zumindest einer von Ihnen seinen Hauptwohnsitz seit mindestens sechs Monaten in Spanien angemeldet hat. Eine amtliche Trauung für Hochzeitstouristen wie in Las Vegas ist nicht möglich. Sollten Sie der spanischen Sprache nicht mächtig sein, empfiehlt sich die Zuhilfenahme eines Hochzeitsplaners, der die Amtsgänge für Sie übernimmt.

Im Folgenden beziehen sich die Angaben auf weihevolle Zeremonien, seien es kirchliche Trauungen oder andere religiöse oder weltliche bzw. freie Riten. Eine standesamtliche Trauung wird hierfür nicht vorausgesetzt.

Manche Pfarrer trauen nur in geweihten Häusern.

Grundsätzlich sind Zeremonien überall möglich. Doch nicht alle Hochwürden pflegen sich an den Strand zu bequemen. Allerdings gibt es durchaus Pfarrer und freie Theologen, die bereit sind, die Zeremonie an den merkwürdigsten Orten durchzuführen, selbst eine Unterwasser-Trauung ist möglich.

Entscheiden Sie sich für die sakrale Atmosphäre einer Kirche, stellt sich nur die Frage, welchen Pfarrer Sie wählen. Für die deutschsprachige Hochzeitsgesellschaft wäre ein deutschstämmiger Priester allein aus Verständnisgründen von Vorteil. Sollten Sie nicht der gleichen oder gar keiner Konfession angehören, müssen Sie einen Priester finden, der bereit ist die Zeremonie dennoch durchzuführen. Manche Amtsträger sind lockerer, als es die Obrigkeit vorschreibt. Vielleicht möchten Sie zwar in der Kirche aber nicht kirchlich heiraten, weil Ihnen die Bezeugung vor Gott nichts bedeutet. Das ist ebenfalls möglich. Es gibt auf Mallorca einige freie Redner, die sich für diese Art der Zeremonie zur Verfügung stellen.

Selbstverständlich ist alles mit den zuständigen Kirchen abzustimmen. Für wen Sie sich auch entscheiden, achten Sie bei der ersten Vorbesprechung darauf, dass Ihnen der durchführende „Zeremonienmeister“ sympathisch ist, Ihnen aufmerksam zuhört und Ihre Wünsche berücksichtigt. Füttern Sie ihn ausreichend mit Informationen, damit er während der Trauung nicht von zwei Ihnen völlig unbekannten Personen redet!

Hat jeder einen Sitzplatz?

Desweiteren sollten Sie sich um eine geeignete Lokalität mit ausreichender Bestuhlung kümmern. Auf Mallorca kann es sehr heiß werden, Regenschauer sind dafür oft kurz und heftig. Sorgen Sie daher bei einer Trauung im Freien für Schattengelegenheiten oder Unterstellmöglichkeiten für den Fall, dass das Wetter nicht mitspielt. Es bieten sich Pavillons oder Schirme an. Eventuell finden Sie ein Plätzchen neben einer Baumgruppe oder einem zugänglichen Gebäude.

Ein Gästeempfang ist bei Hochzeiten keine Seltenheit. Bei einer mallorquinischen Hochzeit stellt sich allerdings die Frage, ob es angesichts der Hitze wirklich Sekt sein muss. Gerade Kinder und ältere Menschen sollten ausreichend trinken, als gutes Gastgeberpaar stellen Sie ausreichend gekühlte Getränke zur Verfügung, damit im entscheidenden Moment bei der Zeremonie niemand ohnmächtig wird. Originell und typisch spanisch: Verteilen Sie unter den Gästen einige Fächer, damit sich die Stimmung nicht ungewollt aufheizt und ein frischer Wind aufkommt.

Welche musikalische Untermalung soll es sein?

Viele Paare wünschen sich zur Zeremonie Musik. Sie sorgt für eine feierliche Stimmung und kann so manche Träne aus den Augen hervorzaubern. Auch hier haben Sie die Qual der Wahl. Vom klassischen Kammermusikensemble bis zum Flamenco-Spieler ist alles auf Mallorca erhältlich. Es gibt Künstleragenturen, die Ihnen gerne bei der Suche behilflich sind. Daneben besitzen auch Weddingplaner ausreichend Kontakte.

Bei Musikern ist nicht nur die Besetzung, sondern hauptsächlich die künstlerische Qualität von Bedeutung. Fragen Sie deshalb nach Demo-CD oder-Videos nach, damit Sie keine böse Überraschung erleben, weil die Sängerin zwar hübsch aussieht, jedoch keinen einzigen Ton trifft! Vokalmusik ist, ein guter Vortrag vorausgesetzt, besonders ergreifend. Lassen Sie doch nach dem obligatorischen Hochzeitsmarsch von Wagner oder Mendelssohn-Bartholdy Ihren Kennlernsong vortragen! Beliebt sind ebenfalls Liebeslieder wie Phil Collins‘ „Dir gehört mein Herz“ (aus Tarzan) oder „Endless Love“ von Lionel Richie. Ein neuer Trend (schauen Sie mal auf YouTube nach) besteht darin, dass das Hochzeitspaar selbst ein Liebesduett vorträgt. Sie können sich mit solch einer Überraschung vieler Tränen der Rührung sicher sein!

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Der besondere Tipp!

In mallorquinischen Souvenirläden sind die eigentümlichen Figuren kaum zu übersehen: die „siurells“, weiße Tonpfeifen mit roten oder grünen Tupfen. Einer Legende nach dienten sie ursprünglich als kleine Liebesbeweise: 
Wenn sich ein schüchterner Mann nicht traute eine Frau anzusprechen, schenkte er ihr eine Siurell als Zeichen seiner Zuneigung. Wenn sie seine Liebe erwiderte, spielte die Angebetete auf der Pfeife einen Ton. Wenn sie ihn jedoch ablehnte, ließ sie die Tonfigur fallen, und sie zerbrach wie die Liebe in tausend Stücke!

Greifen Sie die romantische Geschichte auf und verwenden Sie die Siurells als Dekor oder vielleicht sogar während Ihrer Zeremonie!

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